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Momentaufnahme: Frühstück

10. September 2009 von Donna

Er wusste, wenn er jetzt nicht beherzt zuschlagen würde, würden es andere tun. Und so bediente er sich reichlich von dem schönen Frühstücksbüffet, das alle Lehrer am letzten Schultag in noch mehr Ferienlaune versetzen sollte.

Ein bisschen dies, ein bisschen das, lecker. Gerade wollte er…, aber nein, da sprach ihn der Oberstufenkoordinator an und bat ihn in sein Büro. Geistegegenwärtig deponierte er sein Frühstück in seinem Fach. Klappe zu. Man weiß ja nie, Brötchenklau.

Das Gespräch dauerte, danach musste er sich beeilen, um pünktlich zur Verabschiedung der ausscheidenden Kollegen zu sein. Rührend war es ergreifend, es wurde zurückgeblickt auf zusammengerechnete 123 Schuljahre. Danach - schon eine gute Viertelstunde Verspätung auf dem Tacho, eilte er los, um seine Kinder einzusammeln.

Seine gehorteten Frühstücksschätze hatte er vergessen, aber sie ihn nicht. Die sechswöchige Missachtung wurde bestraft mit einem ganz besonderem Geruch und einem wenig appetitanregenden Anblick, der ihn wie aus heiterem Himmel traf, als er am ersten Tag des neuen Schuljahres sein Fach öffnete.

Geschrieben in Momentaufnahmen | 4 Kommentare

4 Reaktionen zu “Momentaufnahme: Frühstück”

  1. am 10 Sep 2009 um 11:131Sonnenwanderin

    Liebe Donna,
    jaja, die menschliche Gier, manchmal ist sich jeder selbst der Nächste, was ich habe, das hab ich….und die Strafe folgt eben dann doch meistens. :-)

    Da fällt mir eine Anekdote aus der ehemaligen DDR ein.
    Manchmal gab es Ketchup, in kleinen Flaschen, vielleicht 1-2mal im Jahr und nur wenige Paletten. Es war immer sehr komisch, zuzuschauen, wie sich da alle gegenseitig schubsten, damit sie ja auch ein paar der rationierten Flaschen (maximal 5 durfte man nehmen) ihr eigen nennen konnten.

    Liebe Grüße,
    die Wanderin

  2. am 10 Sep 2009 um 19:202Anguane

    Liebe Donna,

    herrlich! Diese Situation kann man sich hervorragend vorstellen, vielleicht ist sie ja auch gar nicht ganz erfunden ??
    Da ist es doch von Vorteil, wenn man gar nicht erst ein abschließbares Fach sein eigen nennen darf.

    LG
    Anguane

  3. am 10 Sep 2009 um 19:323Donna

    Ja, die Gier - das Gefühl, zu kurz zu kommen, nichts mehr abzukriegen…

    Das ist das pralle Leben! Nichts ist erfunden!

    LG - Donna

  4. am 10 Sep 2009 um 22:474Wildgans

    könnte man ein
    würmchen winden sich
    gedicht drüber schreiben
    sicherlich
    oder mehlmottenflugstunde….

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Übersetzung von Fabian Künzel
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