Momentaufnahme: Mehr als Liebe
24. November 2009 von Donna
Der November hat es in sich - immer noch nach all den Jahren. Damals hatte er den Arzt gefragt: “Wie lange noch? Wie lange muss sie noch so leiden?” Und die Antwort war kurz und knapp: “Ein paar Tage noch, vielleicht eine Woche… sie hat ein starkes Herz.”
Ein starkes, liebevolles Herz, ja, das hatte sie. Der Mittelpunkt seines Lebens war sie, so wie er der ihrige war - es war eine außergewöhnlich innige Beziehung. Liebe? Mehr als Liebe.
Er war sich nicht sicher gewesen, wie wach sie war, wie klar ihr von dem Morphium umnebelter Geist war, als sie leise zu ihm sagte: “Komm mit mir, bitte, lass uns gemeinsam dorthin gehen, wo ich demnächst sein werde. Lass mich nicht allein, bitte. Du darfst mich nicht allein lassen… Was sind wir ohne einander…”
Nichts war er ohne sie.
Die Gedanken daran, ob sie tatsächlich von ihm verlangt hatte, ihr in den Tod zu folgen, quälen ihn noch immer nach all den vielen Jahren - nicht mehr so oft und so schmerzhaft wie zu Beginn, aber der November hat es eben in sich.
8 Reaktionen zu “Momentaufnahme: Mehr als Liebe”

Wenn sie ihn liebte, hat sie das bestimmt nicht von ihm verlangt. Da darf er sich sicher sein - meine ich.
Liebe Grüsse
Brigitte
Das hat sie hoffentlich nciht von ihm verlangt und am Leben scheint er doch zu hängen, sonst hätte er es getan.
Huch, Donna,
was schreibst du da für eine Geschichte!
Wenn sie ihn liebte,
hat sie das bestimmt nicht von ihm verlangt.
Da kann er sich sicher sein!!!
Aber ich muss dich sowieso korrigieren.
E R sagt zu ihr:
‘Du darfst mich nicht allein lassen …’
Denn:
‘Nichts war er ohne sie.’
Und:
‘Es war mehr als Liebe.’
Ich kann solche Geschichten kaum lesen,
geschweige denn schreiben.
Liebe Donna
Wenn sie davon überzeugt war, dass der Ort zu dem sie nun ging, besser ist, als der Ort wo sie noch war, dann könnte sie es durchaus von ihm verlangt haben … trotz Liebe
Liebe Grüsse
Brigitte
im innenraum drin sind sie noch immer zusammen. ich ahne, dass da was nichtmaterielles gemeint sein muss.
liebgrüss, d.
Niemand darf das von einem anderen verlangen und schon garnicht im Namen der Liebe.
Lieben Gruß
Elke
Oh ja, dem (von Elke und anderen MitbloggerInnen festgestellten Tatbestand) schließe ich mich bedingungslos an. Sonst wäre es keine Liebe, absolut keine!!
LG
Anguane
@all
Ja, ich teile eure Meinung, dass sie diesen Schritt nicht wirklich von ihm verlangt hat, wenn sie ihn geliebt hat.
Ich habe mir diese Momentaufnahme nicht ausgedacht. Das Leben ist bunt und manchmal leider auch düster oder farblos. Für mich ist es wichtig, alle Facetten darstellen zu können, denn sonst würde ich wichtige Bereiche des menschlichen Erlebens und Empfindens ausklammern müssen.
Also, kommt gut durch die letzten Novembertage, die ihr euch bestimmt so gestaltet, dass Sturm und Regen und Nebel und das ganze Grau euch nichts anhaben können.
Liebe Grüße - Donna