Momentaufnahme: Ein verschrammtes Kindergesicht
19. März 2010 von Donna
Ein verschrammtes Kindergesicht, da muss sie als Lehrerin nachfragen - oder nicht?
Lehrerin: “Was ist denn da passiert?”
Schüler (zögerlich): “….das war mein Hund.”
Lehrerin: “Wie heißt dein Hund denn?”
Schüler denkt nach.
Ruf aus der Klasse: “Julian hat gar keinen Hund!!”
Julian senkt den Kopf, er ist den Tränen nahe. Aber auch in der Pause, in der sie ihn noch einmal behutsam anspricht, sagt er keinen Ton.
Nichts, aber auch gar nichts kann sie für diesen Jungen tun außer ihm anzubieten, sie zu kontaktieren, falls es etwas zu besprechen gäbe. Ja, so vorsichtig drückt sie sich aus.
In Gedanken nimmt sie Julian an diesem Tag mit nach Hause und denkt immer wieder darüber nach, was da wirklich passiert sein könnte.
7 Reaktionen zu “Momentaufnahme: Ein verschrammtes Kindergesicht”

Oh, Oh! Ja das ist immer schwer diese Gradwanderung. Ich wünsche dir, und vor allem Julian, das er irgendwann reden kann und das sich a: alles als nicht so schlimm herausstellt. B: Die Möglichkeit zu wirklicher Hilfe besteht.
Wichtig ist schon mal das Julian eine Lehrerin hat, die hinguckt und nachfragt.
Alles Liebe Karin
Der arme… aber Glückhat er mit seiner Lehrerin. Wenn er nur rden würde, könnte ihm bestimmt geholfen werden… Also los, Julia! Mach deinen Mund auf und sag, was Sache ist! Las nichts Unverschämtes auf dir sitzen! Das ist ein Befehl, kein Vorschlag!
*räusper* Julian, jetzt musst du salutieren und “Jawohl, Jenni!” brüllen.
Liebe Donna,
schlimm klingt das, schon sein Zögern spricht Bände.
Vielleicht wäre ein sehr positiver Eintrag an die Eltern über ihn in sein Hausaufgabenheft hilfreich.
Oder ein Hausbesuch mit einem Vorschlag, ob die Eltern einverstanden sind, dass Julian Dies oder Jenes übernimmt.
Manchmal sieht man mehr als man gesagt bekommt.
Und der Junge fasst zur Lehrerin tiefes Vertrauen…
Aber dies sind alles Gedanken, Worte…ob es Hilfe ist, höchstens Versuche…
Für dich ein sonniges Wochenende..
herzlichst, Rachel
Es gibt ja so viele mögliche Gründe für so eine Reaktion…
Wichtig scheint mir, dass der Junge zumindest eine verständige Ansprechsperson hätte, wenn er es wünschte. Und das hat er bei dir gewiss.
Zu hoffen ist natürlich, dass es nicht so schlimm ist, wie man befürchten könnte.
Liebe Grüsse,
Brigitte
Ganz da sein für das Kind und doch bei sich bleiben - das ist nicht immer leicht.
Liebe Grüße
Barbara
GANZE GESCHICHTEN laufen da in meinem kopf ab - von dass er gern ein hündchen hätte, er mit dem hund der nachbarskinder gespielt hat, dass er verprügelt wurde - von eltern, kindern usw.
sag ihm, dass du ihm helfen wirst und für ihn da bist.
und beobachte gut.
schönen tag dir
rosadora
@all
Ja, da laufen bei mir auch ganze Geschichten ab. Ich habe schon seit einiger Zeit ein Auge auf ihn geworfen, zumal es weitere Auffälligkeiten gibt. Dieser Junge schweigt beharrlich, obwohl der Klassenlehrer und mindestens drei weitere Fachlehrer behutsam mit ihm umgehen und immer wieder ihre Unterstützung anbieten.
Für all solche Kinder würde ich mir wünschen, dass sie sich öffnen könnten - es ist so leicht eine Kinderseele zu zerstören….
Danke für eure einfühlsamen Kommentare.
LG - Donna