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Momentaufnahme: Kinderlosigkeit

27. Juli 2009 von Donna

“Warum hast du eigentlich keine Kinder?”, wird sie oft gefragt, “du wärst eine so gute Mutter…”

Vor einigen Jahren noch hätte diese Frage ihr einen Stich ins Herz versetzt. Aber mittlerweile kann sie lächelnd sagen: “Ich habe doch so viele Kinder, ganze Schulklassen voll, über Kinderlosigkeit kann ich mich wirklich nicht beklagen.”

Die meisten verstehen die Antwort und nicken verständnisvoll. Und die anderen, nun ja, die würden gerne temporäres Mitleid verteilen, sie schnappen schon nach Luft für die nächste Frage, denn die schwebt ja förmlich im Raum. Aber dafür hat sie einen kleinen Nachsatz parat: …es ist schön, die Kinder nur bis mittags zu sehen, der Nachmittag und der Abend und die Nacht gehören mir.” Spätestens dann nicken viele dieser Menschen auch verständnisvoll. Warum wohl?

Geschrieben in Momentaufnahmen | 8 Kommentare

8 Reaktionen zu “Momentaufnahme: Kinderlosigkeit”

  1. am 27 Jul 2009 um 06:401Quer

    Ich nicke auch und denke, das Wort “Kinderlosigkeit” sollte es eigentlich gar nicht geben - es ist ein Unwort!
    Niemand, der Kinder liebt, ist kinderlos!

    Mit lieben Grüssen in die neue Woche,
    Brigitte

  2. am 27 Jul 2009 um 08:312syntaxia

    Das kann immer wieder einen Stich versetzen, denke ich auch.
    Immer diese Normen: Pflanze einen Baum, baue ein Haus und zeuge eine Sohn.. heißt es für die Männer.. :-(

    Eine Kollegin, die mit mir die Ausbildung machte, sagt:
    “Ich bin Logopädin geworden, damit ich nach Herzenslust mit den Kindern spielen kann und sie anschließend wieder abgebe.”

    ..grüßt Monika

  3. am 27 Jul 2009 um 09:303Wildgans

    drei inzwischen erwachsene kinder habend, denke ich oft dran, wie es war, wenn ich mittags aus einem quirligen schulhaus kam, meine drei erwartungsvoll daheim standen und riefen: mama, was machen wir heute nachmittag?
    keine ahnung mehr, wie ich das alles geschafft habe. wir haben fast jeden nachmittag was unternommen: in den wald gefahren, in ein schwimmbad, ein museum oder freunde kamen in den garten oder…was mir sehr half und den kindern einen blick in andere länder gestattete, das waren unsere au-pairs- tja, wie kam ich drauf? dank donna…

  4. am 27 Jul 2009 um 10:334Chinomso

    Die Antwort von Brigitte macht mir direkt ne Gänsehaut. Sehr wahr.
    Wenn nur alle so denken würden.

  5. am 28 Jul 2009 um 09:575giocanda

    Ich bewundere Deine Art, in Prosa zu schreiben.
    Ich lese Deine Storys sehr gern.

    Mir geht diese Fähigkeit weitgehend ab. Deswegen auch keine Resonanz von mir bei Deiner Aufforderung, Geschichten über ein Thema zu schreiben.
    Liebe Grüße
    Barbara

  6. am 28 Jul 2009 um 11:096april

    Weil: es auch seine Vorteile hat, keine Kinder zu haben, weil es eine lebenslange Verantwortung ist, die man sich da aufbürdet, weil man auf viele sverzichten muss. Natürlich bekommt man auch etwas zurück, aber man braucht das Kinder-haben nicht zu verklären.

  7. am 28 Jul 2009 um 11:317Follygirl

    Warum definieren sich Menschen nur so?
    Ich persönlich wollte nie Kinder haben. Ich sah da nicht meinen Lebenszweck…
    (Man muß nicht alles machen, nur weil es möglich wäre, - oder weil es fast alle so machen..)
    Nun bin ich alt, und es war für mich richtig!
    LG, Petra

  8. am 28 Jul 2009 um 21:488Sonnenwanderin

    Hallo liebe Donna,

    ja, warum wohl, manchmal frage ich mich das auch…

    Aber ich habe seit einigen Jahren noch Kinderwunsch und leider ist es mir wohl nicht vergönnt, noch einmal ein Kind zu bekommen.

    Einerseits bin ich ganz froh, dass meine Beiden groß sind, und ich weniger Sorgen habe, aber andererseits weiß ich eben auch, dass ich heute reifer wäre, vieles lockerer sehen würde und mir Kinder heute wichtiger sind, als in ganz jungen Jahren.

    Liebe Grüße an dich und noch eine schöne Woche,
    die Wanderin

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Übersetzung von Fabian Künzel
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