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Dieses Buch fand ich beim Aufräumen wieder. Es hat mir damals (1993) viele Aha-Erlebnisse beschert. Und ich werde es erneut lesen. Es ist ein Bericht über die Vater-Tochter-Beziehung und ihren Einfluss auf die Partnerschaft. Ich fand mich wieder unter den Leistungstöchtern, den Gefall- und Trotztöchtern…

Klappentext: Weshalb verlieren viele Frauen im Umgang mit Männern ihr Selbstvertrauen? Und warum ist ihnen das in den meisten Fällen gar nicht bewusst? Jahrelang hatte Julia Onken keinen Gedanken an ihren Vater verschwendet. Da zerbricht ihre Liebesbeziehung, und sie sucht in einem fiktiven Briefwechsel die Gründe für das Scheitern der Partnerbeziehung. Plötzlich ist ihr Vater wieder präsent und sie das kleine Mädchen, das alle Register zieht, um die Liebe ihres Vaters zu erringen. In einem schmerzhaften Lernprozess wird sich die Autorin ihrer unerwiderten Liebe zu ihrem Vater bewusst und der Folgen für sie selbst und ihre Partner. Julia Onken, eine weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannte Therapeutin, versteht es meisterhaft ein Grundproblem vieler Frauen zu erschließen.

Julia Onken   Vatermänner   Verlag C. H. Beck    München   9,90 Euro

Eigentlich nichts Schlimmes,

das ging wie von selbst.

In den Montag hineingeschlafen,

aufgestanden, Kaffee getrunken.

Dennoch:

MILES AWAY FROM SUNDAY…

Monday!

Erste Wahrnehmung: Beim Aufwachen ist es draußen bereits hell.

Ein Blick zu den drei! Weckern: halb sieben!! Alle drei überhört???

Zweiter Blick: Wecker sind allesamt nicht gestellt. Wie kann es sein, dass ich vergaß, das zu tun???

Blitzartiger Gedanke: Verschlafen - eine ganze Stunde!

Hellwache Panik! - Raus aus dem Bett! Ins Bad.

Beruhigender Gedanke: Wenn ich mich beeile, dann schaffe ich das ganz locker.

Das ganze Badezimmerprogramm - ohne Kaffee!!!

Danach in der Küche: Da steht der Kuchen, den ich noch spät abends gebacken habe - für unseren Sonntagsbrunch!

Na sowas, jetzt aber mal ganz schnell umschalten von Alltags- auf Sonntagsbewusstsein. Mit Kaffee und einem riesigen Probierstück vom Kuchen gelingt mir das allmählich. Herrlich, diese Ruhe im Haus und auch draußen…

An all meine zu schreibenden Geschichten…

Ihr fühlt euch vernachlässigt, ich weiß. Ihr schwebt um mich herum, wollt meine Hände zur Tastatur führen, wollt ins lesbare Buchstabenleben geboren werden, um sichtbar zu werden für die Menschen. Ja, ich spüre euch, ich sehe euch, ich formuliere euch in Gedanken - zugegeben, nicht so häufig wie sonst, denn da ist etwas, das euch in einen Winkel drängt, in dem ihr euch gar nicht wohlfühlt, in dem ihr vielleicht sogar sterben werdet. Eure zarte gedankliche Existenz ist bedroht. Ihr kennt eure Feinde, es sind riesige Papierstapel, genauer gesagt Heftstapel, in die Schüler erst mit blauer Tinte schreiben und Lehrer danach mit roter.

Aber ihr kennt das doch, möchte ich euch zurufen, das sind nun einmal Phasen, durch die ihr hindurch müsst, wenn ihr unbedingt mit einer Lehrerin zusammenleben wollt. Also, formulieren wir es mal so: Ihr habt jetzt Ferien, tollt herum, baut Schneemänner und Schneefrauen, schlaft lange, geht ins Kino, lasst es euch richtig gut gehen. Denn wenn ich Ferien habe, dann ist es mit eurer Faulenzerei vorbei!!

In den stürmischen Tagen der Jugend glauben wir, daß die Einsamkeit der große Schutz vor den Risiken ist: das große Heilmittel für die Wunden des Kampfes. Das ist ein schwerer Fehler, und die Erfahrung des Lebens rät uns, daß dort, wo wir nicht inFfrieden mit unseren Mitmenschen leben können, keine poetische Bewunderung noch künstlerisches Vergnügen besteht, die fähig wären, den Abgrund zu überbrücken, der sich tief in unserem Herzen auftut.

Ich hatte immer davon geträumt, in der Wüste zu leben, und jeder kindliche Träumer wird zugeben, irgendwann einmal das gleiche geträumt zu haben. Aber glaubt mir, Brüder: Wir haben ein zu zartes Herz, um ohne die anderen auszukommen. Und das Beste, was wir tun können, ist uns gegenseitig zu erragen, denn wir sind diese Kinder, aus einem Schoß hervorgegangen, die einander belästigen, sich streiten und sogar schlagen, die aber doch nicht getrennt voneinander leben können.

George Sand

Aus: Zauberworte - Türen nach innen   Stephanie Faber   Heyne Verlag    München 1992

Die merkwürdigsten Menschen können Liebe auslösen. Ein Mann kann ein zittriger Urgroßvater sein und noch immer ein fremdes Mädchen lieben, das er eines Nachmittags vor zwanzig Jahren in den Straßen sah. Der Prediger kann eine Gefallene lieben. Der Geliebte kann treulos sein, kann fettige Haare haben oder schlechte Gewohnheiten, ja, und der Liebende mag das alles so deutlich wie alle anderen Menschen erkennen, doch das berührt das Wachstum der Liebe nicht im geringsten. Eine höchst mittelmäßig Person kann Gegenstand einer Liebe sein, die so wild und außerordentlich und schön wie die Giftlilie im Sumpf ist. Ein guter Mensch kann eine heftige und erniedrigende Liebe auslösen, und ein stammelnder Irrer kann in einer anderen Seele ein zartes und schlichtes Glück hervorrufen. Deshalb gelten Wert und Eigenart einer Liebe einzig vom Liebenden her.

Carson McCullers

Prinz: “Du besitzt die Sterne?”

Geschäftsmann: “Ja.”

Prinz: “Und was hast du davon, die Sterne zu besitzen?”

Geschäftsmann: “Das macht mich reich.”

Prinz. “Und was hast du vom Reichsein?”

Geschäftsmann: “Weitere Sterne kaufen, wenn jemand welche findet.”

Prinz: “Wie kann man die Sterne besitzen?”

Aus: Der kleine Prinz von Antoine de Saint Exupéry

Daily Musings: Komplimente

Komplimente sind uns allen so wichtig, dass wir einander Komplimente machen, nur um selbst welche zu bekommen.

Marjorie Bowen

Diese kleine Episode gehört in die Rubrik “Große Ohren - Mitgehörtes”.

“Nee, richtig leiden konnte ich den schon vor dreißig Jahren nicht…”, sagt sie, “wie meine Cousine den da anschleppte zum Geburtstag unserer Tante… Das war damals nämlich immer ganz schön, mit der ganzen Familie um den Kaffeetisch, die vielen Torten und ein Schnäpschen oder Likörchen gab’s da auch. Aber der, der saugte sich vor unseren Augen an ihr fest und ließ nur von ihr, wenn er sich das eine um das andere Kuchenstück reinschaufelte. Wo der das nur lassen konnte… Als alle fertig waren, schnappte er sicht die Platte mit dem Obstkuchen, fragte, ob noch jemand etwas wolle, kratzte die restliche Schlagsahne aus der Schale, hat die über den gesamten Kuchen verteilt, nahm dann seine Kuchengabel und aß alles auf, direkt von der Platte! So was macht man doch nicht! Überleg mal, der war das erste Mal bei uns! Unglaublich! Und damals dachte ich schon, mit dem stimmt doch was nicht. Naja, die beiden haben dann ziemlich schnell geheiratet. Und damals, da habe ich schon gesagt, wenn das mal gut geht, der hat sie ja gar nicht mehr losgelassen. Man konnte überhaupt kein Wort mehr mit ihr reden, ohne dass er dabei war. Nee, das gute Verhältnis zu meiner Cousine, das konnte ich knicken. Schade eigentlich. Aber immerhin, silberne Hochzeit haben sie gefeiert - letztes Jahr. Da war ich aber gar nicht eingeladen, wir hatten die ganzen Jahre über kaum noch Kontakt, und das war mir auch ganz recht so. Nee, man muss gar nicht dabei gewesen sein, man kriegt auch so jede Menge mit. Die Trudi nämlich, die war auf der Feier, und die hat gesagt, du, da ist was im Busch, das geht nicht mehr lange gut, das kannst du mir glauben, Glück sieht anders aus, ich gebe denen noch höchstens ein bis zwei Jahre, dann sind die auch auseinander, ich habe das im Gefühl, ehrlich. Und Recht hat sie gehabt, die Trudi, das hat noch nicht mal ein Jahr gedauert und Peng, da kommt das doch tatsächlich raus, dass er schon seit zweieinhalb Jahren eine Andere hat, gleich in der Nachbarschaft, nur 300 Meter weiter. Als ich das erfuhr, da dachte ich, da rufe ich an, meine Cousine braucht mich jetzt. Die muss das doch alles loswerden. Und da haben wir über eine Stunde gequatscht so wie früher. Keine Chance hat sie gehabt. Vor vollendete Tatsachen hat er sie gestellt, dieses Ansaug-Kuchenmonster. Ist einfach ausgezogen mit Sack und Pack über die Straße, sogar sein Name steht schon an der Wohnungstür. Und jetzt kommt’s, man kann das nicht begreifen: Sie will ihn zurück! Ehrlich!”

Momentaufnahme: Not-Ehrgeiz

Deutschunterricht - Klasse 7

Schülerin: “Da entwickelt das Mädchen so etwas wie Not-Ehrgeiz.”

Mitschüler: “Was ist das denn - Not-Ehrgeiz?”

Schülerin: “Also, in der Geschichte üben doch alle irgendwie Druck aus auf das Mädchen - die Eltern, der Bruder, der Trainer, der Sponsor… alle wollen, dass das Mädchen eine gute Sportlerin ist - und weil sie diesen Erwartungen entsprechen will und niemanden enttäuschen will, entwickelt sie dann Not-Ehrgeiz - verstehst du? Dieser Ehrgeiz kommt nicht aus ihr selbst heraus…

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Ehrgeizig sein, weil andere es erwarten… Wie lange kann man das aufrechterhalten? Den Erwartungen anderer in hohem Maße zu entsprechen - dabei verliert man sich selbst über kurz oder lang.

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